Beichte
Was ist mit der Beichte oder - wie man auch sagen kann – mit dem Sakrament der Versöhnung gemeint?
Die Grundaussage des christlichen Glaubens besteht darin, dass wir von Gott geliebt sind, bedingungslos, ohne jede Einschränkung. Jesus ermutigt die Menschen, der Liebe Gottes zu vertrauen und aus diesem Vertrauen die Angst zu überwinden, die uns immer wieder zur Sünde verleitet. Die Liebe Gottes gilt uns immer, auch und gerade in unserem Versagen und an den Grenzen unserer eigenen Möglichkeiten.
Gottes Liebe ist immer da
Der Auftrag der Kirche besteht darin, den Menschen diese immer währende und verlässliche Liebe Gottes zuzusagen. In jedem Gottesdienst, in jeder Verkündigung geschieht dies.
Im Schuldbekenntnis jeder Messe stellen wir uns zu Beginn der Tatsache, dass wir Menschen Sünder sind und immer wieder versagen. In der Zusage der Vergebung bringen wir zum Ausdruck, dass uns die Möglichkeit zum Neuanfang geschenkt ist und wir nicht bei unseren Grenzen stehen bleiben müssen.
Beichten heißt, sich der Liebe Gottes bewusst werden
Im Sakrament der Versöhnung wird diese allgemeine Glaubenswirklichkeit auf den Einzelnen sichtbar gemacht und ihm ganz persönlich zugesprochen. Es geschieht nicht Mehr oder Wirksameres als in den anderen Formen der Zusage der vergebenden Liebe Gottes. Aber im Sakrament der Versöhnung, in der Beichte wird diese Zusage persönlich gegeben. Ich erfahre mich konkret angesprochen mit Wahrheit meines eigenen Lebens.
Das Sakrament der Versöhnung ist das sichtbare Zeichen der Versöhnung, die Gott uns immer schon geschenkt hat. In ihm feiern wir, was immer gilt: das wir in der sündenvergebenden Liebe Gottes geborgen sind.
Formen der Versöhnung mit Gott
Die katholische Kirche empfiehlt, sich im Sakrament der Versöhnung regelmäßig diese Vergebung Gottes zusprechen zu lassen. Das kann in verschiedenen Formen geschehen.
In jeder katholischen Kirche gibt es einen Beichtstuhl, in dem zu angegeben Zeiten ein Priester ist, bei dem man in anonymer Weise beichten kann. Einer Beichte geht sinnvollerweise eine Gewissenserforschung voraus, in der man das eigene Leben bedenkt und das, was man als Versagen, als Grenze, als Schuld erkennt, in der Beichte persönlich bekennt (siehe die nebenstehende Gewissenserforschung als Beispiel).
Es gibt auch die sehr häufig genutzte Möglichkeit des persönlichen Beichtgespräches. Das ist ein persönliches Gespräch, das man mit einem Priester nach einer Terminvereinbarung führt und in dem man in einer Atmosphäre des Gesprächs über die eigenen Grenzerfahrungen, über Versagen und Schuld spricht. Nie kann es dabei um Verurteilung oder Verdammung gehen, sondern immer um Aufrichtung, Ermutigung und die Zusage der Vergebung. Bei einer Beichte muss man keine formalen Voraussetzungen einhalten. Gerade wenn man keine Erfahrungen (mehr) mit dem Sakrament der Versöhnung hat, wird der Priester gern helfen, einen persönlichen Einstieg in ein Beichtgespräch zu finden.